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Im Dialog mit Wisam Gergis: Warum echte Barrierefreiheit bei Didaktik und Haltung beginnt
Erfahren Sie im Gespräch mit Wisam Gergis, warum echte Barrierefreiheit weit über Technik hinausgeht. Entdecken Sie, wie eine inklusive Didaktik und die richtige Haltung den entscheidenden Unterschied für ein gleichberechtigtes Bildungserlebnis machen.

Vor Kurzem erreichte mich eine Nachricht, die mich fachlich wie menschlich nachhaltig beeindruckt hat. Wisam Gergis, Gründer von Inkluvia, setzt sich seit über 15 Jahren für Inklusion und gelebte Teilhabe ein. Als Rollstuhlfahrer bringt er nicht nur fundierte Fachkompetenz, sondern auch die unmittelbare Betroffenenperspektive mit.
In seinem Feedback zu meiner Arbeit bei der "Shamma UG" und „Mit Bildung zum Gemeinwohl gUG“ hat er Kernpunkte auf den Punkt gebracht, die mir selbst ein großes Anliegen sind. Deshalb habe ich seine Gedanken in einen kurzen Dialog gefasst:
Summer Shamma: Wisam, wie blickst du auf den aktuellen Stand der digitalen Bildung – und was bedeutet Digitalisierung für dich abseits von reiner Technik?
Wisam Gergis: Die Verbindung aus unternehmerischer Tätigkeit, Wissensvermittlung und gesellschaftlichem Engagement finde ich enorm spannend. Digitalisierung besteht nicht allein aus Technik. Entscheidend ist, ob Menschen durch digitale Angebote tatsächlich Wissen erwerben, Kompetenzen entwickeln und selbstbestimmt teilhaben können.
Digitale Bildung kann enorme Möglichkeiten eröffnen – insbesondere für Menschen, die aufgrund einer Behinderung, einer Erkrankung, ihres Wohnorts oder ihrer persönlichen Lebenssituation nicht ohne Weiteres an klassischen Präsenzangeboten teilnehmen können.
Summer Shamma: Was braucht es konkret, damit Lernplattformen und Bildungsangebote wirklich barrierefrei und nutzbar sind?
Wisam Gergis: Damit diese Möglichkeiten tatsächlich allen Menschen offenstehen, muss Barrierefreiheit von Beginn an berücksichtigt werden. Das betrifft nicht nur die technische Bedienbarkeit einer Lernplattform. Auch verständliche Inhalte, Untertitel, Transkripte, ausreichende Kontraste, klar strukturierte Dokumente, alternative Darstellungsformen und flexible Lernwege spielen eine entscheidende Rolle.
Ebenso wichtig ist die Vermittlung digitaler Kompetenzen. Selbst ein barrierefreies Angebot hilft nur begrenzt, wenn Menschen nicht wissen, wie sie es sicher und selbstständig nutzen können.
Summer Shamma: Du engagierst dich vor Ort unter anderem für ältere Menschen. Welche Erfahrungen machst du dabei im Alltag?
Wisam Gergis: Gerade ältere Menschen oder Personen, die bisher wenig Berührung mit digitalen Anwendungen hatten, benötigen verständliche Unterstützung, Geduld und einen geschützten Raum für ihre Fragen. Ich erlebe regelmäßig, wie viel Selbstständigkeit entstehen kann, wenn digitale Anwendungen verständlich erklärt werden. Gleichzeitig wird deutlich, wie schnell Menschen ausgeschlossen werden, wenn Angebote unnötig kompliziert gestaltet sind oder persönliche Unterstützung vollständig fehlt.
Summer Shamma: Du hast mit Inkluvia das Motto „Ungebremst Hürden überwinden“ ins Leben gerufen. Wo siehst du das größte Potenzial für wirkungsvolle Bildungsarbeit?
Wisam Gergis: Mir ist es besonders wichtig, Wissen nicht nur abstrakt zu vermitteln, sondern mit persönlichen Erfahrungen und praktischen Alltagssituationen zu verbinden. Gerade durch eine Kombination aus fundierter Didaktik, zugänglicher Technik und der Betroffenenperspektive können sehr wirkungsvolle Angebote entstehen – um Menschen mit Behinderungen, Angehörige, Unternehmen und Bildungsträger praxisnah zu informieren und voranzubringen.
Fazit / Ausblick:
Der Austausch mit Wisam zeigt einmal mehr: Barrierefreie Bildung ist kein nachträgliches Feature, sondern das Fundament zeitgemäßer Didaktik. Ich freue mich sehr über diesen Dialog und auf den weiteren gemeinsamen Austausch zur Entwicklung inklusiver Lernformate.
Summer Shamma
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